Hamburgs Gastro in der Krise?

Das Jahr ist erst wenige Tage alt, doch schon jetzt musste Hamburgs Gastronomie einige Tiefschläge einstecken.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke im Restaurant von sieben auf 19 Prozent ist seit dem 1. Januar aktuell. Satte elf Prozent mehr sind für viele Gastronominnen und Gastronomen schlicht nicht tragbar. Die Alternative: Preise auf die Gäste umlegen oder Schließung? Betreibende von alteingesessenen Restaurants und hippen Lokalen verzweifeln. Erhöhte Kosten durch den Krieg in der Ukraine, gestiegene Mieten, Personalmangel und höhere Stromkosten sowie die seit Dezember erhöhten Lkw-Maut-Kosten um 200 Euro pro Tonne CO2 für große Lkw, wodurch viele Produkte teurer wurden: Die Lage in der Gastronomie verschlimmert sich seit Monaten. Die Mehrwertsteuererhöhung bringt nun das Fass zum Überlaufen.
Anne Behm, Geschäftsführerin vom Klippkroog in Altona, sieht keine Alternative, als zukünftig auf das Abendgeschäft in ihrem Lokal zu verzichten. „Es gibt kein Einsparpotenzial“, so die Gastronomin. „Wir sind seit 2020 im Dauerkrisenmodus. Personalkosten sind gestiegen, Mieten sind gestiegen, Wareneinsatz steigt stetig, Lieferkosten sind seit Erhöhung der Mautkosten gestiegen – wir können einfach nicht mehr einsparen!“ Gemeinsam mit ihrem Team entschied Behm daher, sich in Zukunft nur noch auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren.
Andere Gastronominnen und Gastronomen hatten diese Option nicht. Das Restaurant Bidges & Sons auf St. Pauli sieht im Zuge der prekären Lage keinen anderen Ausweg, als die Türen endgültig zu schließen. Auf Instagram heißt es: „Mit Corona, Inflation, gestiegenen Kosten für Energie und Wareneinsatz und nun zum Jahreswechsel noch die MwSt.-Erhöhung, wird es immer schwieriger kostendeckend zu arbeiten und dabei Preise zu halten, die sich jeder noch leisten kann.“ Ab Ende Januar ist das vegane Restaurant in Hamburg also Geschichte, den dazugehörigen Shop mit fairer Kleidung gibt es dann nur noch online.
Weiterlesen bei Genuss-Guide Hamburg ↗Auszug aus dem Originalbeitrag von Alice von der Laden.
“Das Jahr ist erst wenige Tage alt, doch schon jetzt musste Hamburgs Gastronomie einige Tiefschläge einstecken.”




